Sonntag, 13. April 2014

Margeriten Makros auf der grünen Wiese.

Das Wetter war diese Woche wieder etwas besser und so schnappte ich mir meine Fuji Kamera und das 90er Tokina und tollte mich auf eine Wiese.



Ein Lerneffekt der letzten Makro Ausflüge ist eine große Plastiktüte die ich für solche Zwecke im Kofferraum verwahre. Hatte ich mir doch beim letzten Mal die Hose mit etlichen Grasflecken ruiniert. Mit der Tüte als Unterlage steht einen innigen Kontakt mit dem Wiesenboden nun nix mehr im Wege. ;-)






Die Aufnahmen sind noch ohne den Kipon Tilt/Shift Adapter entstanden. Ich werde diesen Adapter beim nächsten Makro Ausflug mal verwenden und wir werden sehen wie sich das verlagern der Schärfeebene auf das Bildergebnis (hoffentlich!) positiv auswirkt.


Freitag, 11. April 2014

Kipon Tilt & Shift Adapter für Olympus OM Objektive an Fujifilm X mount Kameras

Endlich ist er da!
Es gibt doch nix schlimmeres für einen Foto-Nerd als das lange Warten auf heißersehnten Foto Kram... ;-)
Am 26.02. hatte ich den Kipon Adapter in Hongkong über eBay für 210,-- Euro bestellt, und nach einmaligem Umtausch (incl. aufwendigem Rückversand) mangels Fertigungsgüte ist er Heute am 11.04. angekommen.



In der (gebrauchten?) Pappschachtel kam der erste Adapter.



Der heute gelieferte ist in einer neuen Kunststoffschachtel verpackt und die Verarbeitungsqualität ist auf gewohnt gutem Chinesischem Niveau. Alles funktioniert und passt, aber es könnte liebevoller entgratet und endgefertigt sein. Für das Geld kann man halt keine perfekte Deutsche Novoflex Qualität erwarten. Leider liefert weder Novoflex noch ein anderer Europäischer Hersteller solche T/S Adapter und deswegen kaufen wir halt beim Chinamann und leben mit den Kompromissen.

Nun mit passend geschnittenenem Fuji Bajonett, im Gegensatz zum ersten gelieferten Adapter läßt sich dieser Adapter exakt an mein Fuji X-E1 ansetzen.





Die für mich ungewohnten Funktionen lassen sich sauber einstellen. Shiften werde ich sicherlich weiterhin im Lightroom, aber interessant wird's beim Tilten. 
Die bewusste Verlagerung der Schärfeebene ist schon praktisch um bei Makros auch ohne großes Abblenden mehr wichtige Bildbestandteile scharf zu bekommen.

Hier ein Beispiel ohne Tiltung:


Das verwendete Tokina 90mm Makro war auf Offenblende 2.5 eingestellt.

Nun bei gleicher Blende mit voller Tiltung:



Insbesondere an den Stundenindexen, der Lünette und auch der Krone ist die deutliche Erweiterung des Schärfebereiches zu sehen. 

Fazit:
Der erste Eindruck vom Kipon Adapter ist recht gut. Der Preis von etwas über 200 Euro ist nicht klein, aber aufgrund Einzigartigkeit und Funktion gerechtfertigt. Im Vergleich kosten halt original T/S Objektive immer noch neu oder selbst gebraucht mehr als das 3- bis 5-fache!

Dienstag, 8. April 2014

Olympus OM Zuiko Auto-W 24mm 2.8

Wie ich vor 14 Tagen schon schrieb hatte ich für meine Fuji X-E1 nicht unbedingt Objektive von Olympus auf dem Interessen-Schirm. Doch dann kaufte ich das OM Zuiko 24mm f2.8 und der Weg zum "Zuikoholiker" nahm seinen Lauf. Eigentlich nur zum Ausprobieren der Brennweite 24mm (durch den Crop meiner Fuji X-E1 wird ja ein KB 35mm daraus) gedacht, begeisterte es mich sofort.

Hier die Daten des Objektives:
  • Brennweite: 24 mm
  • Bildwinkel: 84° diagonal
  • Lichtstärke: 1:2,8
  • Blendenbereich: 2,8 - 16
  • Linsenanzahl/Baugruppen: 8-7
  • Kürzeste Entfernung: 0,25 m
  • Gewicht: 180 Gramm
  • Baulänge: 31 mm
  • Filtergewinde: 49 mm
  • Gegenlichtblende: Metallvariante (einschraubbar), Kunststoffvariante (aufsteckbar) - Zubehör
  • Kaufpreis (1997): 659 DM
Der durchschnittliche Gebrauchtpreis ist auf den üblichen Plattformen wie eBay bei ca. 80,-- bis 150,-- Euro, je nach Zustand und Vollständigkeit des Zubehöres.

Die "Größe" des Objektives lässt sich sehr schön im Vergleich mit einer AA Batterie aufzeigen.




Natürlich verliert man einen Teil der Kompaktheit durch die Verwendung des notwendigen Adapters OM auf Fuji X, aber die unterschiedlichen Auflagemasse müssen halt angepasst werden.



Die Verarbeitung des Objektives ist erstklassig. Sauber laufende Einstellringe für Blende und Fokus machen die Benutzung zur haptischen Freude.


Nach einigen Fototouren bin ich auch mit der Abbildungsqualität des 24er Zuikos sehr zufrieden.

Schon im Nahbereich ist die Schärfe bei Offenblende sehr gut.



Der klassische Blickwinkel der Kleinbildbrennweite 35mm weiß durch natürlich passende Wiedergabe des Gesehenen zu gefallen und auch das Bokeh ist für so ein Weitwinkelobjektiv sehr angenehm.





In Kombination mit der unauffälligen Fuji X-E1 bietet sich das kleine Zuiko 24 geradezu an für die Street Fotografie.




Im Großen und Ganzen bin ich sehr angetan von dem 24mm Zuiko. Ein im wahrsten Sinne des Wortes passendes Paket aus Abbildung, Größe, Verarbeitungsqualität und nicht zuletzt günstigem Preis! 

Sollte es endlich mit dem in Hongkong bestellten Tilt- und Shift Adapter OM auf Fuji X klappen (den ersten musste ich mangels Passung zurückschicken), dann bin ich jetzt schon gespannt auf die Eignung als 35mm KB T/S Objektiv!



Dienstag, 25. März 2014

Tokina AT-X 90mm f2.5 Macro. Teil 3, Einsatz als Portraitobjektiv.

Nach meinen wirklich sehr positiven Erfahrungen mit dem "Bokina" als Makro- und Landschaftsobjektiv, war ich doch sehr gespannt auf die Ergebnisse als Portraitobjektiv.

Ein Besuch bei meinem 2 jährigen Neffen brachte das gewünschte Modell ins Haus. Die Bezahlung mittels Marmeladenbrötchen passte auch ganz gut ins Fotografen Budget... :-)



"Mhm, wie lange dauert das denn hier noch..."



Rund heraus gesagt: Auch in diesem Einsatzfelde bin ich von dem Tokina Objektiv grundsätzlich restlos begeistert. Farbe, Bokeh und Auflösung sind vom Feinsten. 

Natürlich ist nicht ganz einfach ein lebhaftes Kind mit einem manuellen Objektiv zu fotografieren. Da ist ne Menge Übung erforderlich und auch Glück gehört dazu. Auch scheint mir die gewählte Verschlußzeit mit 1/100 Sekunde schon fast für Brennweite und Subjekt zu lang zu sein. Ich werde in Zukunft bei solchen Anwendungen wohl die Auto-Iso Funktion auf eine kürzere Zeit einstellen. 


Samstag, 22. März 2014

Tokina AT-X 90mm f2.5 Macro. Teil 2, Einsatz als Makro- und Landschaftsobjektiv.

In dieser Woche bin ich das erste Mal mit dem Tokina 90 Macro im Wald gewesen. Stelle fest, für solche Nahaufnahme Anwendungen brauchts dort eine Plane oder eine Kamera mit Klappdisplay. Hab mir prompt die Hose versaut. :-)

Egal, die Schärfe des Tokinas ist schon bei Offenblende super und Farben sowie Unschärfeverlauf sind sowieso klasse.




Hier kann man geradezu eintauchen ins Bokeh...





Hier mal ein 100% Crop eines Bildes. Sehr schön ist die feine Detailauflösung zu erkennen.




Für Kopfportraits und Detail Aufnahmen ist das Tokina eine Spitzenwahl.




Die Brennweite von 90mm, respektive an meiner Kamera der Bildwinkel 135mm, ist für mich ungeübt und gewöhnungsbedürftig. Aber auch in der Stadt finden sich Motive dafür.


Auch hier wieder ist die Auflösung und Detailwiedergabe des Tokinas in Verbindung mit der Fuji X-E1 eine pure Freude.



Nach den ersten Praxiseinsätzen ist zu sagen das ich von dem Objektiv total begeistert bin!
Noch nie habe ich ein Objektiv besessen das so viele positive Eigenschaften in sich vereint:

  • extreme Schärfe
  • butterweiches Bokeh
  • exzellente Farbwiedergabe
  • perfekte Verarbeitung und damit sahnige Fokussierung
Obwohl man ja mit Superlativen vorsichtig sein soll, bleibt mir nur eine Schlussfolgerung übrig.

Das Tokina AT-X 90mm ist das beste Objektiv mit manuellem Fokus mit dem ich in meinem Leben fotografiert habe. Punkt.

Samstag, 15. März 2014

Das Bokina von Tokina, aka AT-X 90mm f2.5 Macro.

Eigentlich hatte ich es, wie immer, ganz anders geplant. :-)

Der Macro Platz in meiner Fototasche war fest an das feine Leica R-Elmarit 60mm f2.8 vergeben. Zu überzeugend hatte es seine Leistung bei der Erstellung von Macro Fotos und auch als mittellanges Portrait Tele bewiesen. Doch dann kaufte ich mein erstes Olympus OM Objektiv. Es war das OM Zuiko 24mm f2.8. Und der Weg zum "Zuikoholiker" nahm seinen Lauf. Eigentlich nur zum Ausprobieren der Brennweite 24mm (durch den Crop meiner Fuji X-E1 wird ja ein KB 35mm daraus) gedacht, begeisterte es mich durch seine fantastische Abbildungsqualität. Näheres zum Zuiko 24 in einem eigenen Beitrag nächste Woche.

Gut, das Zuiko gefiel mit dem normalen Adapter Olympus OM auf Fuji X und die Anschaffung eines weiteren Adapters mit eingebauter Tilt/Shift Funktion erfolgte. Was ist Tilt/Shift, und was will ich damit?

Die Tilt- und Shift-Funktionen sind ein Erbe aus der Großformatfotografie und in der Landschafts-, Architektur- und Produktfotografie bis heute verbreitet im Einsatz. Tilt bedeutet das Verschwenken, Shift das parallele Verschieben des Linsensystems gegenüber dem Sensor. 

Die Tilt-Funktion kippt die optische Achse des Objektivs aus der Senkrechten zur Bildebene. Damit kippt auch die Schärfeebene und es ist möglich, diese auf eine Ebene zu legen, die nicht parallel zum Sensor liegt. Das ist vorteilhaft, wenn man bei Tabletop-Aufnahmen mit der Schärfentiefe zu kämpfen hat.

Die Shift-Funktion verschiebt die optische Achse des Objektivs; die senkrechte Ausrichtung zur Sensorebene bleibt dabei erhalten. Damit vermeidet oder reduziert man die perspektivische Verzerrung zum Beispiel in der Architekturfotografie.

Da also ein solcher Tilt/Shift Adapter für Zuiko Objektive nun mal im Zulauf war, bot sich der logische Gedanke an auch im Macro Bereich die Vorzüge zu genießen und das R-Elmarit gegen ein entsprechendes Olympus Zuiko Macro zu tauschen.

Wer sich übrigens wundert warum immer noch nicht die Rede vom Tokina ist, Geduld bitte. ;-)

Als passende Zuiko Macros waren schnell die beiden Modelle Zuiko-Macro 50mm f2 und Zuiko-Macro 90mm f2 ausgemacht. Leider sind beide Objektive zwar extrem gut, aber auch genauso selten und damit nur sehr hochpreisig (ca. 500 Euro und ca. 800 Euro!) auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. 

Das war mir zu teuer.

Der Zufall führte mich auf der nordamerikanischen eBay Seite zu einem Angebot für ein Tokina 90mm f2.5 Macro mit passendem Olympus OM Bajonett! Ich hatte Glück mit meinem Gebot und incl. Steuer und Zoll landete das Objektiv für runde 300 Euro auf meinem Tisch:











Wie unschwer zu erkennen ist, hatte ich doppeltes Glück und das Objektiv befindet sich nahezu im Neuzustand. Erstaunlich dafür das es sicherlich dreissig Jahre alt ist.
Dieses "legendäre" Objektiv, das nach dem Niedergang der Firma Vivitar in Form der Patentübernahme für das Vivitar Serie 1 Makro 2.5/90mm durch Tokina wieder aufgelegt wurde und mit verschiedenen Anschlüssen in den 80er Jahren wieder in den Handel kam, trägt den Spitznamen Bokina. Er rührt daher das es ein besonders weiches Bokeh haben soll, sprich das der Verlauf der Unschärfe bei Freistellung sehr ruhig und angenehm ist.

Die Verarbeitung ist perfekt und mit seinem Gewicht von gut 400gr liegt es prima in der Hand. Wie bei einem manuellen Macro nicht anders zu erwarten ist die Fokussierung eine bloße Freude. Das Objektiv "gleitet wie durch Sahne" beim Drehen des Fokusringes. :-)

Hier die technischen Daten:

Brennweite = 90mm
Lichtstärke = 2.5
Blendenreihe von 2.5-32
8 Elemente in 7 Gruppen
8 Blendenlamellen
Filterdurchmesser 55mm
Naheinstellgrenze 39cm.. 1:2

Hier mal ein Blendenreihe von f2.5 bis f 32.










Die Unschärfebereiche gefallen mir wirklich sehr gut. Man beachte die Spitzlichter an den Edelstahlgriffen der Küchenschränke und rechts die Edelstahlfassung der Küchenwaage. An den Bananen ist sehr schön zu sehen das das Bokeh im Hintergrund sowie im Vordergrund gleich weich ist. Häufig ist es in der technischen Planung der Objektive sehr schwer dieses zu verwirklichen. (Typisches Beispiel dafür ist das berühmte Pentax FA43 das im Hintergrund weich wie Butter abbildet, aber im Vordergrund häufig harsch wirken kann. Daher sein Spitzname "Zicke".)

Gleichzeitig ist das Tokina natürlich ein Macro und meistert die Arbeit in dem Bereich mit Bravour.
Hier 100% Crops aus den ersten Bildern. Fokussiert wurde aufs Ohr.

f2.5

f4


Ein Weinetikett bei Offenblende. 




Der erste Eindruck von dem "neuen" Objektiv ist also sehr vielversprechend! Ich freue mich auf die ersten Bilder im Portraitbereich und natürlich auf den Einsatz als Macro.

Gut das es "anders" kam als geplant und ich diesen Klassiker des japanischen Objektivbaues somit kennenlernen durfte. :-)